Deutscher Zierpflanzenmarkt wieder auf 2019er-Niveau

23.01.2023 - 18:01:50

Der deutsche Gesamtmarkt für Blumen und Zierpflanzen konnte im Jahr 2022 zwar nicht mit den pandemiebedingten Rekordjahren 2020 und 2021 mithalten, pendelte sich aber auf das Vor-Pandemieniveau ein.

Zierpflanzen
(c) proplanta

Insgesamt dürfte das Marktvolumen für Blumen und Pflanzen im Jahr 2022 bei rund 9,0 Mrd Euro zu Einzelhandelspreisen gelegen haben. Das berichtete heute der Zentralverband Gartenbau (ZVG) auf der Internationale Pflanzenmesse (IPM) in Essen. Die Zahl fußt auf einer Schätzung der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) auf Basis der ersten drei Quartale 2022 im Auftrag des ZVG. Die mittleren Pro-Kopf-Ausgaben der Bundesbürger für Blumen und Zierpflanzen verringerten sich demnach 2022 auf 107 Euro. Damit lagen sie um rund 1 Euro unter dem Stand im Vorpandemiejahr 2019, was sich dem ZVG zufolge durch das Bevölkerungswachstum in Deutschland erklärt.

Der Ukraine-Krieg habe Wirtschaft und Konsumenten gleichermaßen verunsichert, und die sichere Energieversorgung habe einen neuen Stellenwert bekommen, rekapitulierte ZVG-Präsident Jürgen Mertz das vorige Kalenderjahr bei der IPM-Eröffnungspressekonferenz. Nach dem Wegfall der Infektionsschutzmaßnahmen Anfang 2022 habe sich der Fokus der Kunden auf Freizeitaktivitäten wie Gastronomiebesuche und Urlaube verlagert. Mitte des Jahres habe der Ukraine-Krieg mit der Energiekostensteigerung und Inflation den Fokus erneut auf die eigenen vier Wände gelenkt. Neben der spürbaren Kaufzurückhaltung hätten sich die Gartenbaubetriebe 2022 mit deutlichen Preissteigerungen bei Betriebsmitteln und großen Unsicherheiten in der Energieversorgung auseinandersetzen müssen, so Mertz.

Dies habe die Stimmung im energieintensiven Zierpflanzenbau kurz vor Saisonstart im März 2022 kippen lassen, führte der Verbandspräsident aus. Eine solide Planung für die kommenden Monate sei kaum möglich gewesen. Der ZVG-Geschäftsklimaindex sei im Mai und damit mitten in der Saison mit 82 Punkten auf ein noch nie dagewesenes Tief gesunken. Der Sinkflug setzte sich laut Mertz weiter fort und erreichte mit 74 Punkten im September ein Rekordtief.

Die Stimmung blieb nach Darstellung von Mertz auch zum Jahresabschluss 2022 verhalten, wenn auch mit leichter Tendenz zur Besserung nach Beschluss der Strom- und Gaspreisbremsen. Letztendlich sei der Absatz aber in der Summe besser als zwischendurch befürchtet ausgefallen. „Wir bewegen uns jetzt in etwa wieder auf dem Niveau von 2019“, konstatierte der Gartenbaupräsident.

Quelle: AgE/ri
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