IGC erwartet weltweit insgesamt kleinere Rapsfläche

18.11.2022 - 12:21:24

Der globale Anbau von Raps dürfte in der Vermarktungssaison 2023/24 im Vorjahresvergleich eingeschränkt werden.

Rapsanbaufläche
(c) proplanta

Der Internationale Getreiderat (IGC) veranschlagt das betreffende Ernteareal jetzt in einer ersten Projektion auf 38,8 Mio. ha und damit um 1,1 Mio. ha oder 2,8 % kleiner als die Rekordfläche von 2022/23. Allerdings wäre dies immer noch das zweitgrößte Areal aller Zeiten. Als Auslöser für die erwartete Einschränkung des Anbauumfangs werden die aktuell verbesserte Verfügbarkeit der schwarzen Ölfrucht und die in der Folge gesunkenen Preise angeführt.

Im Einzelnen veranschlagt der Getreiderat das Rapsareal in der EU-27 für die kommende Ernte auf dem hohen Vorjahresniveau von 6 Mio. ha. Obwohl die maßgeblichen Futureskurse unter den Höchstständen von Anfang 2022 lägen, dürften die Landwirte unter anderem in Frankreich, Deutschland und Polen angesichts der in den vergangenen Jahren ermutigenden Ernten und der Aussichten auf eine solide lokale Nachfrage nach Rapsprodukten etwa so viel Raps gesät haben wie im vergangenen Herbst. Unterdessen hätten sich die Wachstumsbedingungen für die Kulturen in vielen Teilen der Gemeinschaft im Zuge heftiger Niederschläge nach der anhaltenden Trockenheit im Sommer deutlich verbessert.

Die Rapsfläche in der Ukraine schätzt der Getreiderat auf etwa 1 Mio. ha; das wären 2,4 % weniger als in der laufenden Vermarktungssaison. Dort sei die Aussaat bereits in der zweiten Oktoberhälfte abgeschlossen gewesen.

Indes sind die IGC-Flächenprognosen für die führenden Rapsexporteure nach eigenen Angaben noch mit großer Unsicherheit behaftet, weil dort die Witterung im Frühjahr sowie die dann maßgeblichen Kosten und die Verfügbarkeit von Betriebsmitteln für die Anbauentscheidung der Landwirte eine wichtige Rolle spielten. Für Kanada taxieren die Londoner Fachleute die Rapsfläche zur Ernte 2023 auf voraussichtlich 8,7 Mio. ha; das wäre im Vorjahresvergleich ein Plus von 1,4 %. Als Argument für die Ausweitung werden die Aussichten auf eine feste internationale Nachfrage nach Raps und seinen Nachprodukten angeführt.

Dagegen sagt der Getreiderat für Australien mit Blick auf die Saison 2023/24 eine deutliche Einschränkung der Rapsaussaat voraus. Dort dürften die Landwirte die Ölsaat auf lediglich 3,3 Mio. ha säen; dies entspräche dem langjährigen Durchschnitt und gegenüber 2022/23 einer Verkleinerung um 7,1 %.

Quelle: AgE/kk
© proplanta 2006-2022. Alle Rechte vorbehalten.